Solidarität mit den streikenden Audi-Arbeiterinnen und -Arbeitern!
Am 30. Juni 2026 ging die Polizei im Zusammenhang mit dem Arbeitskampf gegen die drohende Werksschließung bei Audi in Neckarsulm massiv gegen solidarische Aktivistinnen und Aktivisten vor. Statt das demokratische Recht auf Protest und Solidarität zu gewährleisten, wurden Solidaritätsaktionen kriminalisiert und der Versuch unternommen, Unterstützerinnen und Unterstützer des Arbeitskampfes einzuschüchtern. Mehrere solidarische Aktivistinnen und Aktivisten wurden festgenommen beziehungsweise in Gewahrsam genommen und erst nach rund fünf Stunden wieder freigelassen.
Als ATIF erklären wir unsere uneingeschränkte Solidarität mit den streikenden Arbeiterinnen und Arbeitern in Neckarsulm sowie mit allen Kräften, die ihren berechtigten Kampf für den Erhalt der Arbeitsplätze und ihrer sozialen sowie demokratischen Rechte unterstützen.
Das Vorgehen der Polizei ist Ausdruck einer zunehmenden Kriminalisierung von Arbeitskämpfen und gesellschaftlichem Protest. Wer Solidarität kriminalisiert und politisches Engagement behindert, greift nicht nur die unmittelbar Betroffenen an, sondern auch die organisierte Arbeiterbewegung sowie alle demokratischen und fortschrittlichen Kräfte.
Die Ereignisse in Neckarsulm stehen zugleich für eine politische Entwicklung, in der die Angriffe auf soziale und demokratische Rechte zunehmen. Während Milliarden für Aufrüstung, Militarisierung und Kriegspolitik bereitgestellt werden, sollen die Kosten der Krise auf die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie die breite Bevölkerung abgewälzt werden. Arbeitsplatzvernichtung, Sozialabbau, Kürzungen im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie Angriffe auf gewerkschaftliche Rechte sind Ausdruck derselben Politik.
Die Geschichte der Arbeiterbewegung zeigt, dass Repression den Kampf der Werktätigen niemals aufhalten konnte. Jeder Angriff auf unsere Rechte macht deutlich, wie notwendig Organisierung, Zusammenhalt und der gemeinsame Einsatz für soziale und demokratische Rechte sind.
Wir werden uns weder einschüchtern noch spalten lassen. Gemeinsam mit den Arbeiterinnen und Arbeitern, den Gewerkschaften, der Jugend sowie allen demokratischen und fortschrittlichen Kräften werden wir den gemeinsamen Kampf gegen Entlassungen, Werksschließungen, Ausbeutung, Sozialabbau und Kriegspolitik entschlossen fortsetzen.
Wir rufen alle demokratischen, antifaschistischen und revolutionären Organisationen, die Gewerkschaften sowie alle solidarischen Menschen dazu auf, sich an die Seite der streikenden Kolleginnen und Kollegen in Neckarsulm zu stellen. Nur eine starke, organisierte und solidarische Bewegung kann den Angriffen auf Arbeitsplätze, soziale Rechte und demokratische Freiheiten wirksam entgegentreten.
Der Kampf um jeden Arbeitsplatz ist ein Kampf um unsere Zukunft!
Es lebe der Kampf der Audi-Arbeiterinnen und -Arbeiter in Neckarsulm
ATİF- Föderation der Arbeiter*innen aus der Türkei in Deutschland
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